Wir finden: Fairness sollte nicht am Spielfeldrand enden. Und erst recht nicht dort, wo Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Darf ich vorstellen: die Alwine-Wellmann-Straße im Limberg-Park in Osnabrück. Eine neue Straße in einem neuen Gewerbegebiet, mit breiten Radfahrstreifen, Sicherheitsabstand zu den Parkplätzen und eigentlich genug Platz für alle. Eigentlich.
Denn das, worauf dort immer wieder Autos stehen, ist kein besonders großzügig geschnittener Parkplatz. Es ist ein Radfahrstreifen. Rund zwei Meter breit, stellenweise sogar mehr. Daneben gibt es Parkstreifen, und nur wenige Gehminuten entfernt stehen ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung.
Trotzdem wird der Radfahrstreifen regelmäßig zugeparkt.
Seit November dokumentieren Mitglieder von Kettenreaktion die Situation vor Ort. Immer wieder stehen Autos dort, wo Radfahrende fahren sollen. Besonders rund um die Sportstätten und die BBS wird aus dem Radweg offenbar ein bequemer Kurzzeitparkplatz. Mal eben abstellen. Nur kurz. Ist ja genug Platz.
Für Radfahrende bedeutet das: ausweichen, abbremsen, in den fließenden Verkehr wechseln. Wer mit Kindern unterwegs ist, unsicher fährt oder einfach nur sicher ankommen möchte, merkt schnell: Ein blockierter Radfahrstreifen ist keine Kleinigkeit. Er ist ein Sicherheitsproblem.
Das Thema ist nicht neu. Bereits im Stadtentwicklungsausschuss wurde darauf hingewiesen, dass die Radfahrstreifen an der Alwine-Wellmann-Straße immer wieder mit Parkflächen „verwechselt“ werden. Dort wurde darum gebeten, die Radspuren deutlich dichter mit Fahrradpiktogrammen zu markieren. Auch in der NOZ wurde über die Falschparker im Limberg-Park berichtet.
Die Verwaltung hat inzwischen reagiert: Laut Stellungnahme zu Protokoll gibt es eine verkehrsrechtliche Anordnung vom 8. April 2025. Auf dem Radfahrstreifen der Alwine-Wellmann-Straße sollen auf beiden Straßenseiten verdichtet, ungefähr alle 50 Meter, Fahrradpiktogramme aufgebracht werden. Der Auftrag wurde erteilt, die Ausführung durch die Firma steht allerdings noch aus.
Das ist ein wichtiger Schritt. Aber bis die Markierungen tatsächlich auf der Straße sind, bleibt das Problem sichtbar. Und leider auch gefährlich.
Darum haben wir bei Kettenreaktion den nächsten Schritt gemacht: Wir haben Kontakt aufgenommen und gefragt, ob wir vor Ort Plakate aufhängen dürfen. Die Rückmeldung: Es gibt keine Einwände.
Also werden wir gemeinsam mit dem OSSB ein klares Zeichen setzen:
Kein Platz für Falschparker. Radfahrstreifen freihalten. Kostenlose Parkplätze nutzen.



Uns geht es dabei nicht darum, Menschen pauschal an den Pranger zu stellen. Wir können sogar verstehen, dass manche mit dem Auto zum Sport fahren. Gerade an schönen Tagen, wenn viel los ist. Aber genau dann braucht es Rücksicht. Denn wer für sein eigenes Training oder Spiel bequem parken möchte, darf dadurch nicht andere gefährden.
Und mal ehrlich: Wenn die kostenlosen Parkplätze nur ein paar Minuten entfernt sind, dann ist das kein unzumutbarer Weg. Wer zum Sport fährt, sollte fünf Gehminuten eigentlich schaffen.
Die Alwine-Wellmann-Straße zeigt ein Problem, das wir in Osnabrück leider immer wieder sehen: Radverkehr wird mitgedacht, Radinfrastruktur wird gebaut – und dann wird sie im Alltag nicht geschützt. Farbe auf Asphalt reicht nicht, wenn sie ignoriert wird. Gute Infrastruktur braucht Sichtbarkeit, Kontrolle und manchmal auch deutliche Ansprache.
Unsere Plakate sollen genau das tun: freundlich, klar und unmissverständlich daran erinnern, dass ein Radfahrstreifen kein Parkplatz ist.
Fair geht vor.
Nicht nur beim Fußball.
Nicht nur in der Halle.
Sondern auch auf dem Weg dorthin.


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